Alles, was du für eine gute Messung brauchst. Die ersten drei Kapitel reichen für die Messung mit dem Mikrofon. Kapitel 4 und 5 erklären, wie die Sensoren angeschlossen werden und was sie tun.
Kapitel 1
Fahrzeug und Getriebe eintragen
Die App rechnet die Leistung aus der Drehzahl, dem Gewicht und der Übersetzung. Diese drei Werte entscheiden über die Genauigkeit, also nimm dir hier zwei Minuten Zeit.
Fahrzeug anlegenÖffne Einstellungen, dann Fahrzeuge, und leg dein Fahrzeug an. Gib das Gesamtgewicht ein: Roller fahrbereit plus Fahrer plus Ausrüstung. Eine Vespa wiegt je nach Modell 80 bis 120 kg, dazu kommt der Fahrer.
Getriebe-Assistent durchgehenDer Assistent fragt nacheinander nach Rahmen, Vorgelege, Getriebe und Reifen. Bei Vespa-Modellen kannst du die Kombinationen auswählen, sonst trägst du die Zähnezahlen selbst ein.
Reifen prüfenDie Reifengröße bestimmt, wie viel Weg eine Radumdrehung ist. Nimm die Größe, die tatsächlich montiert ist, nicht die aus dem Handbuch.
Berechtigungen erteilenMikrofon brauchst du nur für die Messung ohne Sensor. Bluetooth brauchst du für die Sensoren. Standort ist freiwillig: Er holt Temperatur, Luftdruck und Feuchte für die Wetterkorrektur und zeigt bei Sensor-Messungen die GPS-Geschwindigkeit.
Warum das Gewicht so wichtig ist: Die App misst, wie schnell das Fahrzeug beschleunigt. Die Leistung ist Masse mal Beschleunigung mal Geschwindigkeit. Zehn Prozent zu wenig Gewicht bedeuten zehn Prozent zu wenig Leistung in der Kurve.
Kapitel 2
Der Messlauf
Der Lauf ist bei Mikrofon und Sensor derselbe: ein Durchzug mit Vollgas in einem Gang, von niedriger Drehzahl bis zum Maximum.
Motor warmfahrenEin kalter Motor gibt weniger Leistung ab und die Messung ist nicht vergleichbar.
Strecke wählenGerade, eben, trocken, ohne Verkehr. Du musst dich auf das Fahren konzentrieren können, nicht auf das Handy.
Dritten Gang einlegenFahr im dritten Gang auf niedrige Drehzahl herunter, etwa 3.000 U/min. Ein anderer Gang geht auch, dann trägst du ihn in der App ein.
Vollgas bis zum MaximumGas ganz auf und halten, bis die Drehzahl nicht mehr steigt. Dann Gas zu. Du musst nicht genau am Höhepunkt aufhören, die App nimmt nur den steigenden Teil.
Zwei bis drei LäufeFahr den Lauf mehrmals. Wenn die Kurven übereinander liegen, ist die Messung gut.
Sicherheit geht vor. Bedien das Handy nie während der Fahrt. Bei der Mikrofon-Messung liegt es im Rucksack, bei der Sensor-Messung in der Tasche. Halte dich an die Verkehrsregeln und fahr nur, wo du niemanden gefährdest.
Kapitel 3
Messen mit dem Mikrofon
Die App hört den Motor und sucht im Geräusch die Zündfrequenz. Bei 6.000 U/min zündet ein Zweitakter 100-mal pro Sekunde, das ergibt einen Ton von 100 Hz mit seinen Obertönen. Diese Linie verfolgt die App durch die Aufnahme.
Handy in den RucksackDas Mikrofon ist so vor Wind geschützt und hört den Motor trotzdem gut. Nicht in die Jackentasche: Dort reibt der Stoff am Mikrofon.
Aufnahme startenTippe auf das Plus, wähle Audioaufnahme, dann Aufnahme starten. Rucksack zu, losfahren, Messlauf fahren, anhalten, Aufnahme stoppen.
Aufnahme zuschneidenZieh die Griffe so, dass nur der Vollgas-Durchzug übrig bleibt. Leerlauf, Anfahren und Schaltvorgänge müssen raus.
Oberwellen prüfenDie App zeigt das Spektrogramm und markiert die gefundene Grundfrequenz. Ist sie auf einer falschen Linie, tippe die richtige an. Störgeräusche wischst du weg, sie erscheinen dann schwarz.
Ergebnis ansehenDie Leistungskurve erscheint. Wie du sie liest, steht in Kapitel 6.
Zuschneiden auf den DurchzugOberwellen bereinigen
Wenn die Kurve zackig ist: Meist hat die App zwischendurch eine andere Oberwelle erwischt. Geh zurück in den Oberwellen-Editor und wisch die störende Linie weg. Ein Wechsel auf die doppelte oder halbe Drehzahl sieht man sofort als Sprung.
Kapitel 4
MicroDyno-RPM anschließen
Der MicroDyno-RPM ist eine kleine Box mit Akku. Sie hängt mit zwei Kabeln am Wechselstrom-Ausgang der Zündung und zählt jeden Impuls. Jeder Impuls bekommt einen Zeitstempel auf die Mikrosekunde und geht per Bluetooth an die App. Es gibt keine Aufnahme mehr und nichts zu bereinigen: Die Drehzahl steht live auf dem Handy.
Was der Sensor macht
Impulse zählen: Der Wechselstrom der Zündung hat pro Kurbelwellenumdrehung eine feste Zahl von Wellen. Ein Optokoppler macht daraus saubere digitale Impulse, galvanisch getrennt vom Fahrzeug.
Zeit stempeln: Jede Flanke wird mit Mikrosekunden-Zeit gespeichert, im Sensor selbst und live auf dem Handy. Reißt Bluetooth kurz ab, holt die App die fehlenden Impulse nach dem Lauf vom Sensor nach.
Schlafen und aufwachen: Ohne Zündimpuls und ohne Bluetooth-Verbindung geht der Sensor nach fünf Minuten in den Tiefschlaf. Der erste Zündimpuls oder ein Druck auf die Taste weckt ihn wieder.
Anschluss
Zwei Kabel zum AC-Ausgang, Reihenfolge egal
Akku ladenVor dem ersten Einsatz per USB-C laden. Für ein Firmware-Update muss der Akku über 30 Prozent haben.
AC-Ausgang findenDie beiden Kabel des Sensors kommen an den Wechselstrom-Ausgang der Zündung, also dorthin, wo auch das Licht seinen Strom bekommt. Bei elektronischen Zündungen ist das meist der Anschluss, der mit AC beschriftet ist.
AnklemmenBeide Kabel an AC. Da es Wechselstrom ist, spielt die Reihenfolge keine Rolle. Kabel so verlegen, dass sie nicht am Auspuff oder an beweglichen Teilen anliegen.
Nur nach dem Spannungsregler anschließen. Direkt am Stator, vor dem Regler, kann die Spannung bei hoher Drehzahl auf 45 bis 60 Volt steigen. Der Eingang des Sensors ist für den geregelten Wechselstrom-Ausgang gebaut.
Mit der App verbinden
Sensor weckenMotor starten oder kurz die Taste drücken. Die LED blinkt langsam, solange der Sensor wach ist und auf eine Verbindung wartet.
Messung startenIn der App auf das Plus tippen und MicroDyno-RPM wählen. Die App sucht den Sensor und verbindet sich von selbst. Die LED leuchtet dann dauerhaft.
Impulse pro Umdrehung prüfenLass den Motor im Leerlauf laufen und vergleich die Drehzahl in der App mit dem, was du erwartest. Liegt sie um einen festen Faktor daneben, stell in der App die Impulse pro Umdrehung um. Voreingestellt sind 6, das passt für die meisten Vespa-Zündungen.
LosfahrenHandy in die Tasche, Messlauf fahren wie in Kapitel 2. Bei laufendem Motor blinkt die LED schnell. Nach dem Lauf tippst du auf Stopp, die App lädt noch fehlende Impulse vom Sensor nach und zeigt das Ergebnis.
LED blinkt langsam
Sensor wach, nicht verbunden. Nach 5 Minuten ohne Impuls schläft er ein.
LED leuchtet
Mit der App verbunden, Motor steht.
LED blinkt schnell
Verbunden, Motor läuft, Impulse kommen an.
LED aus
Tiefschlaf. Zündimpuls oder Taste weckt den Sensor.
Kapitel 5
MicroDyno-Lambda-RPM anschließen
Der MicroDyno-Lambda-RPM misst die Drehzahl genau wie der RPM-Sensor und dazu das Luft-Kraftstoff-Verhältnis mit einer Bosch-LSU-4.9-Breitbandsonde im Auspuff. Weil die Sonde geheizt werden muss, hängt diese Box nicht an einem Akku, sondern an einer 12-V-Batterie. Hat dein Roller keine, reicht ein kleiner 12-V-Akku.
Was die Sonde macht
Die Breitbandsonde misst den Restsauerstoff im Abgas. Daraus ergibt sich Lambda: 1,0 heißt, die Luft hat genau zum Benzin gepasst. Kleiner ist fett, größer ist mager. Die App zeigt dazu AFR, das Luft-Kraftstoff-Verhältnis in Kilogramm Luft pro Kilogramm Benzin. Lambda 1,0 entspricht AFR 14,7. Ein Zweitakter unter Vollgas läuft typischerweise um AFR 12 bis 13.
Damit die Sonde messen kann, muss ihr Keramikelement auf rund 780 Grad geheizt werden. Diese Heizung steuert die Box. Sie schaltet die Heizung nur ein, wenn der Motor wirklich läuft, denn ein kalter Auspuff ist innen feucht, und Wassertropfen auf der heißen Keramik können sie zerstören.
Standby
Zündung an, Motor steht
Heizung aus. Die Box wartet auf Zündimpulse.
Heizen
Motor läuft seit 30 s
Erst nach 30 Sekunden Motorlauf geht die Heizung an, damit der Auspuff schon warm ist. Nach kurzer Zeit ist die Sonde bereit.
Messen
Sonde auf Temperatur
AFR und Lambda stehen live in der App. Bereit für den Messlauf.
Nachlauf
Motor aus, bis 5 min
Die Heizung bleibt fünf Minuten an. Startest du in der Zeit neu, musst du nicht warten. Danach wieder Standby.
Anschluss
Rot an Batterie PlusSchwarz an Batterie MinusZwei Kabel an AC der ZündungSondenkabel
Sonde in den AuspuffDie LSU 4.9 braucht eine M18×1,5-Schweißmuffe im Auspuff, möglichst nah am Zylinder und so, dass die Sonde leicht nach oben zeigt. Dann sammelt sich kein Kondenswasser in der Sonde. Anzugsmoment nach Bosch-Angabe, Gewinde nicht fetten.
Sondenkabel einsteckenDas sechspolige Kabel der Sonde kommt in den großen Stecker der Box. Das Kabel nicht am Auspuff anliegen lassen, es wird sonst schmelzen.
Rot und Schwarz an die BatterieRot an Plus, Schwarz an Minus einer 12-V-Batterie. Die Sondenheizung zieht beim Aufheizen bis zu 2 Ampere, deshalb direkt an die Batterie und nicht an den Lichtstromkreis.
Zwei Kabel an ACDie beiden übrigen Kabel kommen wie beim RPM-Sensor an den Wechselstrom-Ausgang der Zündung, nach dem Regler. Reihenfolge egal.
Die Sonde wird heiß. Sonde und Sondenkopf erreichen im Betrieb mehrere hundert Grad. Nicht anfassen, keine Kabel oder Kunststoffteile in der Nähe verlegen.
Rot und Schwarz nicht vertauschen. Verpolung kann die Box beschädigen.
Mit der App messen
VerbindenIn der App auf das Plus tippen und MicroDyno-RPM wählen. Die App erkennt die Lambda-Variante automatisch und zeigt neben der Drehzahl das AFR-Feld mit dem Zustand der Sonde.
Motor starten und wartenDer Zustand geht von Standby über Heizen zu Messen. Erst wenn Messen steht, sind die Werte gültig. Vorher zeigt die App den letzten gültigen Wert.
Abstimmen mit konstantem GasZum Bedüsen fährst du mit fester Gasstellung: ein Viertel, halb, drei Viertel, Vollgas. Die App glättet die Anzeige über eine Sekunde, die Rohdaten bleiben in der Aufnahme erhalten.
Messlauf fahrenBeim Vollgas-Durchzug zeichnet die App AFR mit auf. Im Ergebnis liegt der AFR-Verlauf als Überlagerung auf der Leistungskurve, so siehst du, wo der Motor mager wird.
AFR auf der Apple Watch. Die Watch verbindet sich direkt mit dem Sensor und zeigt AFR am Handgelenk. Weicht das Gemisch bei Vollgas vom Optimum ab, siehst du es sofort: ein falsch eingestellter Vergaser, Falschluft oder eine Verstopfung fallen auf, bevor der Motor Schaden nimmt. Solange die Watch verbunden ist, kommt das Handy nicht an den Sensor.
Standby
Heizung aus, wartet auf Motorlauf. Normal nach dem Einschalten und fünf Minuten nach dem Abstellen.
Heating
Sonde wird aufgeheizt. Werte noch nicht gültig.
Adjusting
Sonde regelt sich ein. Gleich fertig.
Measuring
Sonde misst. AFR und Lambda sind gültig.
NoHeat, Underheat, Overheat
Die Sonde erreicht ihre Temperatur nicht oder überschreitet sie. Bordspannung, Stecker und Sitz der Sonde prüfen.
Spannung zu niedrig
Die Batterie ist zu schwach für die Heizung. Batterie laden oder Ladeanlage prüfen.
Kapitel 6
Ergebnisse lesen
Nach jedem Lauf zeigt die App die Kurve über der Drehzahl: Leistung in Rot, Drehmoment in Blau, oben die Spitzenwerte mit Drehzahl und Geschwindigkeit.
Gang und Fahrzeug nachträglich ändern: Falscher Gang eingetragen? Im Ergebnis umstellen, die Kurve wird sofort neu gerechnet.
Weitere Ansichten: Drehzahl über Zeit, Geschwindigkeit über Zeit und bei Lambda-Messungen AFR über der Drehzahl.
Vergleichen: Unter Ergebnisse mehrere Läufe markieren und Vergleich wählen. Die Kurven liegen dann übereinander.
Teilen: Jeder Lauf lässt sich als Bild oder mit Rohdaten teilen.
Am PC weiterarbeiten: Schalte in den Einstellungen die Cloud-Synchronisation ein. Dann öffnest du app.microdyno.de im Browser und bearbeitest Fahrzeuge, Läufe und Ergebnisse am großen Bildschirm. Die App funktioniert auch ohne Cloud vollständig.
Radleistung, nicht Kurbelwellenleistung. Die App misst, was am Hinterrad ankommt, so wie ein Rollenprüfstand. Prüfstandsblätter rechnen oft noch einen Faktor für Verluste dazu. Vergleiche deshalb immer gleiche Messarten miteinander.
Kapitel 7
Firmware-Update
Beide Sensoren bekommen neue Firmware direkt aus der App per Bluetooth. Ein Kabel brauchst du dafür nie.
Sensor verbindenWie zum Messen: Plus, MicroDyno-RPM, warten bis Verbunden steht.
Update suchenIn den Einstellungen unter Drehzahlsensor-Firmware steht die installierte Version. Tippe darauf, die App prüft, ob es eine neuere gibt.
InstallierenDie App lädt die Firmware, prüft die Prüfsumme, überträgt sie zum Sensor und wartet, bis der Sensor sie geprüft hat. Handy in der Nähe lassen, das dauert ein bis zwei Minuten.
Neustart abwartenDer Sensor startet neu und meldet sich mit der neuen Version. Schlägt die Übertragung fehl, bleibt die alte Firmware einfach drauf.
Beim MicroDyno-RPM muss der Akku über 30 Prozent haben, sonst lehnt der Sensor das Update ab.
Kapitel 8
Wenn etwas nicht klappt
Sensor nicht gefunden
Der Sensor schläft wahrscheinlich. Motor starten oder Taste drücken, dann erneut suchen. Bluetooth am Handy eingeschaltet? Ist die Apple Watch noch verbunden? Der Sensor nimmt nur eine Verbindung an.
Drehzahl um festen Faktor falsch
Impulse pro Umdrehung passen nicht zur Zündung. In der App den Wert ändern, bis die Leerlaufdrehzahl stimmt.
Drehzahl springt oder ist zackig
Kabel am AC-Ausgang prüfen, Kontakte fest? Sensor-Firmware aktuell? Neuere Versionen filtern Störimpulse der Zündung selbst.
Sonde bleibt auf Standby
Die Box hat noch keine Zündimpulse gesehen oder der Motor läuft noch keine 30 Sekunden. AC-Kabel prüfen, Motor laufen lassen.
Sensor-Download unvollständig
Beim Nachladen der Impulse ist Bluetooth abgerissen. Handy näher an den Sensor und unter Sensor-Protokoll abrufen den Lauf erneut laden.
Leistung deutlich zu hoch oder zu niedrig
Fast immer Gewicht oder Übersetzung. Fahrer mitgerechnet? Reifengröße real? Richtiger Gang eingetragen?
Mikrofon-Kurve unbrauchbar
Wind auf dem Mikrofon oder falsche Oberwelle. Handy tiefer in den Rucksack, im Oberwellen-Editor die richtige Linie antippen.
Nicht dabei? Schreib an support@microdyno.de. Ein Screenshot der Kurve und die Fahrzeugdaten helfen beim Antworten.